Neiiiin, das ist nicht Obelix in einem kleinen gallischen Dorf vor einem Wildschweinbraten!

Das ist ein Last-Minute-SOS-Urlauber in einem kleinen Pfälzer Dorf vor einem winzigen Zwischen-durch-Portiönchen!

Wie kam es dazu?

Eigentlich sollte das gut harmonisierende Duo während des Familienurlaubs wie immer von den Großeltern betreut werden. Aber dann verstarb überraschend das Weibchen und es ergab sich kurzfristig die Möglichkeit, dem alleine gebliebenen Kastraten zwei Mädchen, Mutter und Tochter, zuzugesellen. Diese beiden hatten allerdings im letzten halben Jahr bereits zwei Besitzerwechsel verkraften müssen und nun sollte, nach Vergesellschaftung am Montag, bereits am Donnerstag die Urlaubsbetreuung erfolgen….

Die verantwortungsvollen Besitzer wandten sich an SOS-Meerschweinchen, ob in diesem besonderen Fall nicht noch eine Urlaubsbetreuung vermittelt werden könnte, anderenfalls wollten sie den Großeltern diese Aufgabe nicht zumuten und könnten die beiden Damen nicht übernehmen. Trotz Urlaubshochsaison wurde noch ein Plätzchen gefunden, die Mädels daraufhin übernommen und anfänglich ging alles gut…und plötzlich hatte der gutmütige Herr doch ein blutiges Näschen und man war in Sorge, wie das weitergehen sollte.

In der Urlaubsstelle eingetroffen wurde alles genau besprochen: Unterschlupfe, Häuschen, Kuschelrolle und Rückzugsmöglichkeiten waren genügend vorhanden, aber dieser Situation musste doch Rechnung getragen werden. So wurden verschiedene Heustationen an auseinanderliegenden, geschützten Stellen eingerichtet und das Frischfutter in drei Schälchen so verteilt angeboten, dass jedes Tier nach dem „Schildkrötenprinzip“ futtern konnte: „ Ich sitz‘ in meinem sich‘ren Haus und strecke nur das Mäulchen raus…“ Auch wurde die Gruppe in den ersten Tagen regelmäßig über längere Zeiträume beobachtet, so dass man sicher sein konnte, dass jedes Tier, seinem eigenen Temperament entsprechend, den Urlaub genießen konnte und sie sich dabei keine neuen Verletzungen gegenseitig zufügten. Und siehe da, nach einigen Tagen beruhigte sich die sehr nervöse und verunsicherte schwarzhaarige Schönheit und der gemütvolle Rudelchef patrouillierte gemächlich durch sein neues Reich, unbehelligt von seinen temperamentvollen Mädels, die derweilen fröhlich auf die Häuschen und Ebenen hüpften und ihren jugendlichen Übermut ausleben konnten, ohne dem Herrn zu nahe zu treten. Am Ende der ersten Woche wurde sogar, noch in Hab-Acht-Stellung, aber immerhin, gemeinsam gefuttert und die Situation entspannte sich in den kommenden Tagen weiterhin.

 

Am Ende des Urlaubs konnten die Tiere, auf neutralem Gebiet vergesellschaftet, guten Mutes den fürsorglichen Besitzern übergeben werden.

Wir hoffen, dass das inzwischen gut eingespielte Trio in dem für drei Tiere erweiterten, wunderschönen Gehege zu Hause viel Freude miteinander hat.