Clara

 

CLARA: Hallo Leute, hier ist eure Clara. Heute wollen wir mal erzählen, dass es gar nicht so einfach ist, sich als Neuankömmling in einer neuen Gruppe einzuleben.

OSCAR: Da sagst du was, seufz-MUIG. Als Neuer kann man so ziemlich alles vergessen, was man im früheren Leben erlebt hat. Jede Gruppe hat eine ganz eigene Gruppendynamik und ganz eigene Routinen. Und jedes Zweibein bietet seinen Meeris ganz unterschiedliche Lebensumstände. Da fängt man ganz neu wieder an zu lernen. Aber die Guten-Morgen-Gurkenscheibe, wenn die Kerstin aufsteht, habe ich schon drauf. Und dass wir uns danach nochmal 'ne halbe Stunde hinlegen können bis das Frühstücksbuffet kommt, auch, stolz-MUIG.

TOFFEE: Unser Leben kriegt aber auch ganz neue Aspekte, wenn ein neues Gruppenmitglied einzieht. Das Gefüge unter uns verändert sich total und durch ein Neuschweinchen entstehen auch neue Gewohnheiten. Wir sind jetzt viel öfter auf der oberen Etage, weil der Oscar das große Holzhaus hier oben so schön findet.

CLARA: Und die Kerstin musste sich auch neu daran gewöhnen, dass sie jetzt oben öfter und gründlicher putzen muss.

JANE: Aber gut für die Bestandsschweinchen ist es, wenn der Neue dünn ist und erst ordentlich aufgefüttert werden muss. Die Kerstin steckt dem Oscar nämlich ständig Extra-Leckerchen zu, wenn sie meint, wir sehen es nicht, pah-MUIG. Inzwischen passen wir aber höllisch auf.

TOFFEE: Ja, wir Mädels wechseln uns jetzt ab und beschatten den Oscar ununterbrochen, wenn die Kerstin in der Nähe ist, verschwörerisch-MUIG. Sobald er eine Erbsenflocke oder einen Sonnenblumenkern kriegt, springt die diensthabende Beschatterin fix nach vorne und meldet laut muigend auch Ansprüche an. Dann sind in Nullkommanix die anderen Mädels auch da, tschakka-MUIG!

JANE: Und das schafft die Mama Kerstin dann doch nicht, uns zu übergehen, wenn wir's gemerkt haben. Und glaubt uns, wir sind auf Zack! Befriedigt-MUIG.

OSCAR: Ich will ja gar keine Sonderbehandlung. Aber am Anfang bin ich manchmal ganz alleine dagesessen und hab' nicht mitgekriegt, wo das Buffet serviert wurde. Ich hab' nämlich vorher noch nie in einem Haus mit Etagen gewohnt. Und wenn die Kerstin ins Zimmer kam und es nach leckerem Gemüse roch, gab es ein plötzliches Gerenne und auf einmal ward ihr alle verschwunden und ich hab' gar nicht verstanden wohin, grübel-MUIG.


Oscar

 CLARA: Aber du kanntest doch die obere Etage schon von deiner ersten Nacht hier und in die untere hat uns die Mama Kerstin alle gemeinsam nach der Vergesellschaftung gesetzt.

OSCAR: Ich hab' echt erst gedacht, das seien zwei verschiedene Meeriheime. Dass man die Rampen rauf und runter laufen kann, war mir nicht klar. Als ich hier oben am ersten Abend alles untersucht habe waren da auch noch gar keine Rampen. Da war der Boden überall zu, verständnislos-MUIG.

TOFFEE: Da hatte die Kerstin die Treppenhäuser zugemacht und Bretter drüber gelegt. Wenn sie dann oben Streu drauftut, sieht es aus wie fester Boden.

JANE: Na, wenn du mal ehrlich bist, warst du da schon ein bisschen langsam beim Mitdenken. Zwei einzelne Meeriheime, mal wohnen wir hier, mal da, plötzlich ist keiner mehr zu sehen und es riecht aber nach Essen und du hörst uns schmatzen. Da hättest du schon mal Eins und Eins zusammenzählen können. Ihr Jungs seid manchmal ein bisschen langsam unterm Pony, ts-ts-ts-MUIG.

CLARA: Die Mama Kerstin hat dich ja die ersten Tage immer gefangen und zum Essen gesetzt. Sie konnte es kaum glauben. Erst der Henry, der sich gerne hat rauf und runter heben lassen und jetzt du, Oscar. Sie dachte schon, alle Böckchen seien zu faul, sich zum Essen hin zu bewegen. Aber sie hat gehofft, dass du das mit den Rampen noch kapierst, wenn du beobachtest wie wir das machen.

OSCAR: Gesehen hab' ich das ja dann, aber ich fand die Rampen erst ziemlich unheimlich. Die sind ja doch ganz schön steil.

TOFFEE: Ach naja, da gewöhnt man sich doch dran. Inzwischen kannst du's doch auch.

 


Toffee

OSCAR: Ja, aber nicht freiwillig. Die Kerstin hat mich oben vor eine Rampe gesetzt und um mich 'rum lauter Hindernisse aufgebaut, so dass ich nicht ausweichen konnte. Ich bin dann erst mal sitzen geblieben und hab' nachgedacht.

CLARA: Hihi-MUIG. Ich wette, ich weiß, was dann passiert ist.

TOFFEE: Ich auch. Du hast zwei halbe Ewigkeiten lang nachgedacht, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Und dann hat die Kerstin dich angeschubst, damit du da oben nicht festklebst, sondern in die Gänge kommst. Stimmts?

OSCAR: Grumpf-MUIG. Ich hab' mich ganz fest auf den Boden gedrückt, den Rückwärtsgang eingelegt, die Krallen eingehakt und die Handbremse angezogen.

JANE: Hat nichts genützt, hä?

CLARA: Ich hätte ein Foto von ihm machen sollen wie er auf dem Bauch unten ins Ziel rutschte wie ein Bobfahrer ohne Bob, begeistert-MUIG.

TOFFEE: Tja, bei uns hier gibt's keine Feigheit vor dem Feind. Der Henry hat immer gesagt, wer Aufgaben erfolgreich bewältigt, wird furchtlos und selbstbewusst. Das gilt auch für Meerschweinchen.

OSCAR: Kann schon sein, die Rampen kann ich jetzt, aber mit einer Routine hier komme ich gar nicht klar.

CLARA: Und das wäre?

OSCAR: Dieses schreckliche tägliche Füße eincremen, uärks-MUIG. Das macht mich jedes Mal total fertig.

 


Jane

 JANE: Nicht nur dich. Dank dir kriegt die Mama Kerstin auch bald Albträume deswegen.

OSCAR: Gut! Vielleicht hört sie dann auf! Hoffnungsvoll-MUIG.

TOFFEE: Was ist denn so schlimm am Füße eincremen?

OSCAR: Ich kann es nicht ausstehen, wenn man meine Füße anfasst. Vorne die zwei sind total kitzlig. Die strampeln ganz von selbst wie verrückt, wenn die Kerstin sie einschmiert, zuck-MUIG. Und hinten kriege ich sofort Panik, wenn sie an die Sohlen kommt. Da muss ich sofort dran denken, wie schlimm das war mit meinem Ballenabszess. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie weh das tat. Und die Behandlungen und Verbandswechsel waren so grässlich, dass ich einfach nur noch will, dass meine Füße jetzt für immer ganz in Ruhe gelassen werden, elend-MUIG.

TOFFEE: Aber Oscar, das geht doch nicht, vernünftig-argumentier-MUIG. Gerade weil deine Füßchen so verletzt waren, bleiben sie dauerhaft empfindlich und deshalb müssen sie auch dauerhaft gepflegt werden. Da musst du dich unbedingt dran gewöhnen.

OSCAR: Bestimmt nicht. Ich will lieber versuchen, das der Kerstin abzugewöhnen, trotzig-MUIG.

 


Oscar

CLARA: Vergiss es. Das gewöhnst du der Mama Kerstin nie ab. Wie willst du das denn schaffen?

OSCAR: Ich beisse sie jetzt einfach immer, wenn ich sie erwische, während sie meine Füße eincremt. Dann merkt sie bestimmt bald, dass ich das nicht möchte.

TOFFEE: Aber Oscar, entsetzt-MUIG, du kannst doch die Mama Kerstin nicht BEISSEN!!!

CLARA: Nein, das gehört sich wirklich nicht! Sei froh, dass sie sich so zuverlässig um uns kümmert, auch um deine Füße. Tut dir das Eincremen denn wirklich weh?

OSCAR: Ich glaub' nicht. Vor lauter Angst kann ich da gar nicht drauf achten.

JANE: Wie feste beisst du sie denn, neugierig-MUIG?

OSCAR: Schon so, dass es ordentlich weh tut. Sie quiekt dann jedes Mal ganz schön laut. Aber bis jetzt kam noch kein Blut.

JANE: OK, das verzeiht sie dir noch. Aber mit Blut geht gar nicht, das darfst du nicht machen, streng-MUIG. Erstens hat sie das nicht verdient und zweitens haben wir einen Ruf zu verlieren als friedfertige und soziale Mitbewohner.

CLARA: Du hast aber doch die Kerstin auch schon gebissen, Jane.

 


Clara

JANE: Als Chefin musste ich damals die Rangordnung klären. Deshalb weiß ich ja, dass leicht kneifen toleriert wird, aber wenn's richtig weh tut, dann gibt's eins mit dem Finger auf die Nase und tagelang keine Sonnenblumenkerne. Ich mach' das also schon lange nicht mehr. Und du musst auch damit aufhören, Oscar.

TOFFEE: Hab' ich das jetzt richtig verstanden, Jane, dass die Kerstin deine Chefin ist?

JANE: Absolut nicht!!! Pikiert-MUIG! Wir sind gleichrangig mit völlig unterschiedlichen Kompetenzen!!

OSCAR: Aber was soll ich denn machen, wenn ich so Angst und Panik habe? Unglücklich-MUIG.

CLARA: Nicht verzweifeln, Oscar, tröst-MUIG. Weißt du, als ich hierher kam war ich total unsicher und hatte schreckliche Angst davor, von der Kerstin gefangen zu werden. Beim TÜV war ich so starr vor Angst, dass ich nicht mal mehr strampeln konnte und ich hätte die Kerstin gar nicht beissen können, weil meine Kiefer so verkrampft waren.

OSCAR: Ehrlich? Ungläubig-MUIG. Aber du bist so locker drauf und so entspannt, bewundernd-MUIG.

TOFFEE: Das ist noch gar nicht so lange so. Du hättest Clara früher mal sehen sollen. Das hat bestimmt fast ein Jahr gedauert bis sie hier so ganz angekommen war. Du weißt ja, dass wir aus einem Müllcontainer gerettet wurden. Dass wir einfach so entsorgt wurden, hat die Clara ganz schön traumatisiert.

 


Toffee

OSCAR: Und du? Du warst doch auch in dem Container.

TOFFEE: Ich war schon immer entspannt und gut drauf. Weißt du, ich bin schlicht. Ich mach' mir einfach keine Sorgen, fröhlich-MUIG.

CLARA: Und unsere Jane, die immer so cool tut, ist in Wahrheit total sensibel. Wenn irgendwas sie beunruhigt, nimmt sie sofort 50 Gramm ab. Und wenn sie ihre Hornballen geschnitten bekommt, leckt sie der Kerstin immer die Finger, das heißt "Tu mir nicht weh, ich bin gaaaaaanz lieb".

JANE: Ja, ich sag's nicht gerne, aber da hab' ich wirklich Schiss, obwohl die Kerstin total vorsichtig ist und noch nie zuviel abgeschnitten hat. Aber wenn man schön still hält, geht es am schnellsten wieder rum. Und echt, irgendwann gewöhnt man sich dran.

CLARA: Man muss es ja nicht mögen. Aber je öfter man es ausgehalten hat, desto leichter wird es.

TOFFEE: Und die Kerstin weiß auch, dass du sie nur beisst, weil du Angst hast. Sie kennt ja deine Geschichte und hat auch mit dir die Geduld, dir die Zeit zu lassen, die du brauchst.

OSCAR: Das hört sich alles so hoffnungsvoll an. Meint ihr wirklich, dass ich das schaffe und irgendwann keine Angst mehr habe, verzagt-MUIG?

JANE: Natürlich, Oscar. Deshalb heißt es ja Gewohnheit, weil es halt dauert bis es soweit ist. Was wir geschafft haben, schaffst du auch. Hab' ein bisschen Zuversicht, aufmunternd-MUIG.

 


Jane

OSCAR: Naja, ich will's versuchen, nur-halb-überzeugt-MUIG.

JANE: Jetzt gibt's erstmal eine Aufmunterungsgurke, damit du wieder fröhlich guckst. So eine Gurkenscheibe hebt nämlich total die Lebensgeister. Achtung:

Keeeeerstiiiiiiinnnn, quiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeek....

KERSTIN-ZWEIBEIN: Irgendwann kaufe ich ein Schallpegel-Messgerät. Ich möchte zu gerne wissen, auf wieviel Dezibel du es bringst.

JANE: Eine ganze Menge, stolz-MUIG. Hast du unsere Gurke da?

KERSTIN-ZWEIBEIN: Aber sicher.

OSCAR: Das mit dem Abschluss-Leckerchen am Ende jeder Folge ist eine feine Routine. Die mag ich.

JANE: Danke. Also tschüss dann, mampf schmatz, bis nächste Woche...

 

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