Gestern gab es eine ganz besondere Vermittlung in der Pflegestelle Mannheim, die es bei SOS so auch nicht alle Tage gibt. Vor einiger Zeit fragte eine Interessentin an, sie wolle eine größere Gruppe übernehmen, am liebsten den schwarzhaarigen Tarzan mit einigen Weibchen. Leider war der Kleine gerade in die eigene Gruppe der Pflegestelle Speyer gezogen, die Anfrage und die Vermittlung hatte sich überschnitten. Nun ja, Andrea vom SOS-Email-Dienst und Nicky, Pflegestelle Plankstadt berieten die Interessentin erst mal des langen und breiten, wie ein schönes sinnvolles Gehege für eine große Gruppe nun aussehen sollte und schon bald wurde fleißig gebaut. Gerade als das Gehege dann fertig war, kam Tarzan überraschend in die Vermittlung zurück. Er ist ein sehr starkes Böckchen und kam mit den teils gehandicapten Damen seiner neuen Gruppe nicht zurecht, er bedrängte sie zu sehr und so entschloss sich die Pflegestelle schweren Herzens, einen sanfteren Kastraten für ihre Gruppe zu nehmen und Tarzan doch zu vermitteln. Das kam gerade recht, Tarzan sollte es sein und dazu die Weibchen Diva (Pflegestelle Altrip), Toffee (Pflegestelle Mannheim) und Selina, Zola und Tallulah aus einer der Gruppen der Pflegestelle Plankstadt.
Nun kam aber die eigentliche Herausforderung. Die neue Halterin wäre ja durchaus bereit gewesen, alle Pflegestellen anzufahren und die Tiere abzuholen und zu Hause dann zu vergesellschaften, aber es war einfach unmöglich alle Termine der vier Pflegestellen unter einen Hut zu bringen. Eine studiert und war unter der Woche im Prüfungsstress, eine andere arbeitet sehr lang, eine andere hatte am Wochenende Besuch und keine Zeit usw usw, wie das im Leben eben so ist. So habe ich, Pflegestelle Mannheim, dann kurzerhand alles koordiniert, fuhr nach Speyer und nach Plankstadt, Birgit, Pflegestelle Altrip brachte Diva dazu und in Mannheim kamen dann alle Tiere der neuen Gruppe in einem großen Auslauf zusammen, um sich schon mal kennen zu lernen. Solche Taxidienste sind allerdings die große Ausnahme, die Pflegestellen machen das ja alle ehrenamtlich und in ihrer Freizeit, aber in diesem besonderen Fall .....
Und so sah es dann zwei Tage lang bei mir im Schweinchenzimmer in Mannheim aus:

Links ein 3 qm großer Auslauf für die neue Gruppe, rechts das Bodengehege der eigenen Tiere und ganz rechts die beiden Gehege für die Pflegetiere..... "Full House"...
Tja und dann kam eine überglückliche Stephanie gestern vorbei und erzählte mir, dass sie schon als Kind immer Meerschweinchen gehabt hätte und nun als Erwachsene mit eigener Wohnung die Sehnsucht nach den Fellnasen immer da gewesen wäre und sie sich nun den Traum von einer schönen großen Gruppe erfüllen wolle..... Tja und dann kam die Überraschung, sie hätte ja erst zwischen Diva und Violet geschwankt und sich zunächst für Diva entschieden und nun habe sie in Violets Knopfaugen vor Ort hineingeschaut und ob sie nicht noch ein siebtes.... Wir rechneten kurz aus, 4 qm hat ihr neues Gehege, darin könnte man theoretisch sogar neun Meerschweinchen halten (wir rechnen 1 qm für die ersten beiden Tiere und 0,4 für jedes weitere), also ich hatte nichts dagegen!....

Das Bodengehege ist 2*2 m groß und hat noch diverse Ebenen, die übrigens mittlerweile noch ein Geländer bekommen haben, wie wir uns überzeugen konnten (das zeigen wir dann, wenn es Fotos mit den Tieren gibt.)
So packten wir kurzerhand alle sieben in diverse Boxen und Kartons, weich gepolstert mit Handtüchern und mit viel Heu und Gurke für die Fahrt (Stephanie hatte an alles gedacht und reichlich Gepäck dabei) und dann zog sie glücklich mit allen ihren sieben neuen Hausgenossen von dannen mit der Bemerkung, sie habe ja heute Geburtstag und das sei ihr allerschönstes Geburtstagsgeschenk!
Tja, das sind Geschichten, die wir auch nicht alle Tage erleben.....
Ach so ja, noch eine Bemerkung zum Schluss. Hier konnte man mal wieder sehen, wenn Meerschweinchen große Gruppen gewöhnt sind, was hier ausnahmesweise mal für alle Tiere der neuen Gruppe zutraf, dann ist eine Vergesellschaftung überhaupt kein Problem. Der Bock ein starker Kastrat, der alle seine Damen prima unter Kontrolle hat, die Damen alle gewöhnt, wie es sich mit Haremswächter und anderen Weibchen so lebt und so gab es hier nur ein bisschen "pro forma" Gezeter und viel Gebrommsel von Tarzan und im Prinzip blieb zwei Tage lang alles total friedlich. Nun sind wir schon gespannt, was Stephanie uns berichten wird und wünschen ihr ganz viel Freude mit ihrem Hobby!
