Wir haben immer einmal wieder auch kranke Vermittlungstiere in unseren Pflegestellen, doch wie schafft man es, dies alles unter einen Hut zu bekommen? Die meisten unserer Pflegestellen arbeiten ganztägig und haben Familie und eine Menge eigene Tiere zu versorgen, also von Langeweile ist bei uns generell nicht zu reden. Tja und wie schon gesagt, manchmal kommen einem dann unvorhersehbare Krankheiten dazwischen. So auch bei mir (Pflegestelle Plankstadt). Bambino, eines meiner Vermittlungstiere, bocktauglich und fast schon im neuen zu Hause (da angefragt) und dann das: Beim wöchentlichen Wochenend-TÜV ist mir aufgefallen, dass der kleine Mann sein wichtigstes Teil (-chen) nicht mehr saubermacht und Probleme hatte, es wieder in seinem Bauchraum zu verstauen. Beim Säubern fiel mir auf, wie hart und entzündet sein bestes Stück war... also nichts wie hin am nächsten Tag zum Doc.
Erstmal aber der Chefin in der Firma eine SMS geschickt: „ Komme morgen später... Schweine-Notfall... Sorry, arbeite alles nach ;-)"
Am Montagmorgen die Sau in die Transportbox und ab zum Onkel in Weiß, was dort dann passierte möchte ich nur kurz anschneiden... Bin ja echt ne Menge gewohnt, als Bockpflegestelle ist man schon hart im Nehmen, vom Eiter Ausdrücken, über schnell mal selber klammern, oder Fäden ziehen, Wunden säubern oder Wundränder schneiden... aber was so ein kleiner Schniedelwutz so alles über sich ergehen lassen muss, man mag es nicht glauben... Bambino hatte starken Griesbefall und naja wie soll ich es euch beschreiben... an alle Männer, jetzt bitte nicht weiterlesen.... Ähm naja, wie soll ich weitersprechen... also kennt Ihr das, wenn man beim Socken zusammenlegen die eine Socke nach links dreht.... So in etwa.... Ich möchte einfach nicht mehr daran denken. Bambino schrie, der Gries war erst mal raus.

So und nun war zwar der akute Fall erst mal behandelt, aber jetzt hieß es vermeiden, dass es wieder passiert... also alle zwei Stunden baden, säubern, ausmassieren, Medikamente geben und Tee einflößen um die Blase durchzuspülen.
Also das Schweinderl wieder in die Transportbox, schnell nach Hause, das Partnertier dazu und schnellstens den Quarantäne-Käfig richten, zwei Häuschen rein und ab ins Geschäft.
Vielen Dank hier einmal an meine netten Arbeitskollegen, die es über sich haben ergehen lassen, dass in unserem Büro ein Käfig stand und ich alle zwei Stunden beschäftigt war mit Tee kochen, päppeln, baden etc. pp.
So ging das dann bis zum Wochenende... täglich spielte ich mit meinen Schweinderls - wir packen unser Köfferchen.
Ich denke, ich muss nicht erwähnen, dass wir diese Disziplin nicht nur tagsüber durchgeführt haben, nein auch nachts klingelte mehrmals der Wecker um die Prozedur zu wiederholen. Schlafmangel belohnt sich aber, wenn man selbst vom seinem Tierarzt gefragt wird, ob man das richtige Schweinchen zur Nachkontrolle dabei habe, denn selbst der Fachmann hatte nicht wirklich viel Hoffnung gehabt.....
Inzwischen konnten wir die Medikamentengabe auf dreimal täglich reduzieren, ebenso auch das Massieren und Baden... hier danke ich meiner ganzen Familie und einigen Freunden für ihre Unterstützung. (Muss ja auch mal gesagt werden, dass wir ohne die Hilfe lieber Menschen in unserem Umfeld häufig diese Pflegefellchen gar nicht betreuen könnten. Vielen lieben Dank Euch allen !)
Mir liegt sehr viel an diesem kleinen Mann und ich hoffe, dass er bald medikamentös eingestellt ist und somit dem ebenso kranken Nesquick nach dem Tod unseres Joschis Gesellschaft leisten kann.

Wir drücken unserem Bambino weiterhin feste die Daumen!
Eure Pflegestelle Plankstadt und Bambino
