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  • image1 Die Tiere empfinden wie der Mensch Freude und Schmerz, Glück und Unglück.................... Charles Darwin
  • image2 Tierschutz ist kein Anlass zur Freude, sondern sich zu schämen, dass wir ihn überhaupt brauchen...... Erich Gräßer
  • image3 Alle lebenden Kreaturen haben die gleiche Seele, auch wenn ihre Körper verschieden sind....... Hippokrates

Wieder mal hat das Team von SOS keine Kosten und Mühen gescheut und einen echten Fachmann zum Thema Sozialverhalten bei Meerschweinchen um ein Interview gebeten, um seine Leser auf den neuesten Stand zu bringen.

 

Hallo Tristan, schön dass du dir Zeit für ein Interview nimmst!"

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„Gerne doch, ich kenne mich bei dem Thema nämlich ECHT aus.....!!“ (wirft sich in die Brust und wackelt ein bisschen mit dem Hintern.)

„Okay, Tristan, dann erzähl uns doch mal, wie das bei euch Meerschweinchen untereinander so funktioniert!“

„Also ich bin der Chef im Rudel und die anderen müssen machen, was ich sage....“

„Äh, also Tristan, das glaube ich dir gerne, aber fang doch bitte mal von vorne an...“

„Alles klar“, (blickt träumerisch in die Ferne), „also am Anfang, wenn wir ganz klein sind, dann sollten wir am besten in einer Gruppe mit Altbock und mehreren Weibchen aufwachsen, damit wir gleich von Beginn an auch richtig lernen, wie man sich so untereinander benimmt.......... „ (runzelt die Stirn).... „aber leider kann ich mich an die Zeit überhaupt nicht mehr erinnern, sorry, da war ich ja noch richtig klein, während ich jetzt ja soooo groß und stark.....“

„Ja, Tristan, das sieht man sofort, aber wie geht’s denn dann weiter?“

„Tja, also dann kommt die Zeit des Heranwachsens, als Bock wie ich sollte man da am besten mit einem Altbock im Rudel erst mal lernen, wie sich die schweinische Männerwelt so zu verhalten hat, aber man muss sich natürlich als Jungbock dabei unterordnen. Und wenn man dann alt genug ist, dann kann man sein eigenes Rudel übernehmen.....!“ (leckt sich genießerisch über die Lippen)

„Verstehe. Und wie war das bei dir, lief da alles auch so glatt?“

(Bekommt feuchte Augen)- „Nein leider nicht! Manche Böcke landen eben in einer Männer-WG und wenn die Voraussetzungen stimmen (viel Platz, Häuschen/Unterschlüpfe mit mehreren Eingängen, Rückzugsebenen, abwechslungsreiches Gehege), dann kann das schon klappen. Ich lebte aber mit meinem Kumpel in einem 120 Käfig und das war die Hölle.....!!“ (schluckt schwer) „Irgendwann haben wir uns nur noch bekämpft und dann wurden wir getrennt....“ (seufzt).....“ Aber dann kam ich zum Verein SOS Meerschweinchen, in die Pflegestelle, nachdem ich äh".....(flüstert)....“meine Männlichkeit verloren hatte...“

„Aha, so war das also. Und dann bekamst du weibliche Gesellschaft und wie war das dann so?“

(Strahlt) „SUPER!!! Ich bin eben ein echtes Naturtalent“ (stellt die Nackenhaare und brommselt). „Bei mir herrschen Zucht und Ordnung in der Gruppe, und wenn die Damen mal zickig werden, dann gehe ich aber auch dazwischen, aber Hallo!!

„Also nichts von Emanzipation in Meerschweinchen-Kreisen?“

„Emanzi-dingsbum- hä?--- Du meinst sicher Endiviensalat, doch doch, den fressen wir Schweinchen wirklich gerne...!“

Äh ja, Tristan, schon okay. Die Weibchen ordnen sich also dem Rudelchef unter und sind damit ganz glücklich, oder?“

(Schmunzelt) „Genau, jetzt hast du´s verstanden! Sie bleiben nämlich auch gesünder, wenn der Rudelchef sie ab und an beglück.... äh betreuen darf, weißt du. Weniger Hormonprobleme oder Eierstockzysten sagt unser Doc immer, aber da versteh ich jetzt weniger davon....“

Tatsächlich? Das ist ja interessant. Und wie ist das mit der Rangordnung der Weibchen untereinander?

„Ja, die machen da schon noch aus, wer in welchem Häuschen schlafen darf und wer welches Salatblatt zuerst anknabbern darf, aber das ist mir dann doch weniger wichtig, Hauptsache ich darf als Allererster aussuchen, weißt du...“ (schaut streng aber gerecht über die Schulter zur Weibchengruppe).

„Tja und wie ist das bei Neuzugängen in deinem Rudel, Tristan?“

„Also dann mache ich der Neuen als erstes mal DEUTLICH klar, wer hier der Chef ist (wild entschlossener Blick), das kann dann schon mal problematisch werden, bis hin zu richtigen Kämpfen (schüttelt den Kopf),  aber immer nur bei denen, die eben nie gelernt haben, wie ein gutes Rudelmitglied sich zu benehmen hat. Die müssen bei mir dann Nachhilfe nehmen - die haben das bei mir meist in Null-Komma-Nichts begriffen - aber eben auf die harte Tour, da kann schon mal  ein bisschen Blut fließen (grimmiger Blick)..... und die anderen, die vorher schon in einem gemischten Rudel gelebt haben, die verstehen das sowieso gleich und machen da kein Tamtam, außerdem,  wenn ich erst mal den Turbo einschalte.......!“

„Das kann ich mir bei deinem schicken Heckspoiler auch sehr gut vorstellen, Tristan.....Dann vielen Dank für diese vielen Informationen und dass du dir Zeit für uns genommen hast, unsere Leser werden begeistert sein!“

(Strahlt) Na das will ich doch hoffen! Meinst du ich bekomme dann auch mal ein endgültiges größeres Damen-Rudel ganz alleine für mich?“

„Wir arbeiten dran, Tristan, und zwar mit viel Herzblut, aber ich bin da guter Hoffnung, dass du bald ein schönes endgültiges Plätzchen finden wirst!“

 

Interview geführt in der Pflegestelle Mannheim-Wallstadt