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  • image1 Die Tiere empfinden wie der Mensch Freude und Schmerz, Glück und Unglück.................... Charles Darwin
  • image2 Tierschutz ist kein Anlass zur Freude, sondern sich zu schämen, dass wir ihn überhaupt brauchen...... Erich Gräßer
  • image3 Alle lebenden Kreaturen haben die gleiche Seele, auch wenn ihre Körper verschieden sind....... Hippokrates

Am Dienstag wurden die Brüder Puk und Chicco bei mir abgegeben. Ich erwartete gesunde Tiere, nur Puk hätte wohl etwas Blähungen. Was ich zu sehen bekam, war ein Meerschweinchen, welches wie ein Ballon wirkte. Ich hatte noch nie ein solch aufgeblähtes Meerschweinchen gesehen und wunderte mich doch sehr stark, dass er noch fraß und köttelte. Bei solchen Blähungen ist das Tier normalerweise tot oder jedenfalls kurz davor... Ich gab ihn alle nötigen Medikamente, die ich bei solch massiven Blähungen regulär anwende und begann den Bauch zu massieren. Ich versuchte es zumindestens. Ein Verdacht kam in mir hoch, dass dies nicht nur Blähungen sein können, die eine Bauchseite war einfach zu hart und unnachgiebig, als wäre dort noch mehr...

Am Mittwochmorgen entschied ich mich dagegen arbeiten zu gehen und nahm meinen letzten übrig geblieben Urlaub aus dem letzten Jahr. Ich fuhr schon vor der Öffnungszeit nach Rücksprache mit meiner Ärztin in ihre Praxis und auch sie schaute sehr erstaunt, wie konnte dieses Tier noch fressen und noch so fit wirken. Wir entschieden uns zum Röntgen. Dort war fast nichts zu erkennen, der komplette Bauchraum, war mit irgendwas ausgefüllt, es waren keine Konturren zu erkennen. Das was man vom Darm erkennen konnte, war an die Magenwand gedrückt. Irgendetwas war da drin, aber was.... wir enschieden uns für eine Operation. Wir mussten sehen, was da drin ist. Entweder wir können helfen oder wir belassen ihn gleich in der Narkose. Diese Chance wollten wir ihm noch geben. So tapfer hat er doch bisher ausgehalten!

Heute um 8.30 Uhr rief mich meine Tierärztin bei der Arbeit an, der komplette Bauchraum war von einem Tumor ausgefüllt. Alle Organe waren zur Seite und nach oben gedrückt und während der Narkose versagte dann auch der Kreislauf von Puk, zu sehr war dieser in den letzten Wochen belastet worden. Es wurden keine wiederbelebenden Maßnahmen getroffen... Puk ist eingeschlafen für immer...

Der Tumor ging von den Geschlechtsorganen, genauer den Samensträngen, aus. Meine Ärztin meinte noch, hätte sie dieses Tier vor 4-6 Wochen auf den Tisch bekommen, hätte sie dies noch problemlos operieren können. Ich habe mir den Tumor dann nochmals angesehen und neugierig wie ich bin, auch gewogen. Dieses Ding wog 330 Gramm!! Puk wog vor der OP 1020 Gramm, er war nur noch Haut und Knochen, was die hervorstehenden Wirbelsäule und Hüftknochen bestätigten.

Wie konnte es soweit kommen? Die Halterin hatte auf ihren Tierarzt vertraut. Als Puk vor einiger Zeit, wie die Halterin berichtete, auch mal Blähungen hatte, hat sie beim Tierarzt angerufen und dieser stellte am Telefon die Diagnose und die Halterin sollte sich Lefax in der Apotheke besorgen. Wie kann ein Tierarzt einfach eine Ferndiagnose stellen, ohne das Tier jemals gesehen zu haben?

Ich weiß, dass ich nichts mehr für Puk tun konnte bzw. nicht mehr tun konnte. Es ist trotzdem sehr traurig, ein Tier, welches in unsere Verantwortung gegeben wurde, so schnell zu verlieren. Ohne eine Chance....

chicco_puk

Dieses Bild hatte ich von der Halterin vorab erhalten. Beide Brüder in glücklichen Zeiten.... da ging es Puk (rechts) noch gut!

puk01

Hier kann man in etwa die Ausmaße erkennen. Wer starke Nerven hat, kann sich auch den Tumor selbst ansehen. Meine Tierärztin hat diesen am geöffneten Tier fotografiert: *klick* und *klick*