Auch wenn ich mich noch so anstrenge unsichtbar zu werden..... Idea
......es guckt in diesen kleinen Dingern immer irgendwie irgendwo was raus Question

 

laughing


 

Tobiah kam im Juli 2019 zusammen mit seiner Partnerin zu uns in den Verein, da die Haltung schweren Herzens aus persönlichen Gründen beendet werden musste. Die beiden bekamen durch den Umzugsstress einen Milbenbefall,  weshalb die anfänglichen Hautprobleme und ein aufkommender Haarausfall bei Tobiah vorerst nicht besorgniserregend wirkten. Doch plötzlich fing der kleine Mann auch an beim Laufen immer häufiger umzukippen und auch wenn eine seiner Dame sich an ihm vorbeiquetschte, konnte es passieren, dass der stämmige Bock schnell umfiel. 
 
Erneut beim Tierarzt vermuteten die Pflegestelle und die Tierärztin, dass das goldige Fellknäul wahrscheinlich einen stärkeren Befall hat als angenommen, schließlich sind gerade Teddys für ihre "besondere" Haut bekannt und da kann es auch schon einmal vorkommen, dass Spot-Ons zu schwach wirken können. Durch den starken Juckreiz kann es auch passieren, dass die Tiere durch den ununterbrochenen Reiz Probleme mit dem Gleichgewicht bekommen. Tobiah bekam Spritzen (das gefiel ihm natürlich so gar nicht), aber sie brachten keinen Erfolg, schlimmer noch - der Haarausfall wurde immer schlimmer. Schnell wurde gehandelt und ein Röntgenbild angefertigt sowie Blut abgenommen.
Das Röntgenbild zeigte eine sich stärker entwickelnde Arthrose in beiden Kniegelenken sowie Osteoporose in der Wirbelsäule. Das Blutbild bescheinigte eine deutliche Auffälligkeit bei den Leberwerten. Nun ist es natürlich so, dass durch die Behandlung mit Parasitenmitteln die Leber angegriffen wird und eine auffällige Leber nicht untypisch dann ist. Dennoch wurden einige Wochen nach der Untersuchung erneut die Werte überprüft, um eine Tendenz aufzunehmen. Des Weiteren folgte eine Absprache mit weiteren Tierärzten, um weitere Diagnosen zu analysieren. Aufgrund seiner fortschreitenden Gewichtsabnahme, wurde der liebe Schatz auch zugefüttert.
 
Aber trotz der eher negativ behafteten Befunde spürte man bei ihm immer noch seine Unbeschwertheit im Leben. Er genoss die Zeit mit seinen beiden Damen in vollen Zügen und zeigte den beiden auch immer wieder aufs Neue, dass er trotz den Wehwechen ein ganzer Kerl war. Die Lebensfreude ist eben das, was einem Lebewesen Stärke und Zuversicht gibt. In den nächsten Wochen wurde er auf Medikamente und diverse Homöopatika (für Arthrose, Leber usw.) eingestellt, die ihm halfen und unterstützten. Er stabilisierte sich, nahm wieder schön an Gewicht zu, und war bald wieder ein stolzer Teddy-Bock von über 1300 Gramm.
 
Im Oktober 2019 bekam er einen Kokzidienbefall, den er aber nach einer Antibiotikatherapie bald wieder los war. Insgesamt ging es ihm gut und er fühlte sich sehr wohl. So verbrachte er so ziemlich genau ein Jahr glücklich und zufrieden mit seinen Damen ohne grössere Vorkommnisse - bis zum Oktober 2020. Plötzlich hatte er "aus dem Nichts" einen Ballenabszess, der zunächst nicht richtig in den Griff zu bekommen war. Durch Tobi´s angegriffene Leber war eine Therapie nicht ganz so einfach, aber da die Salben, Verbände und Fussbäder alleine nicht halfen, musste doch wieder Antibiotika zum Einsatz kommen. Der entzündete Fussballen wurde im Laufe der Zeit sehr viel besser, aber insgesamt baute Tobi auf einmal sehr stark ab, er war schach und müde, bekam schlimmen Durchfall. Durch eine Blutuntersuchung sah man nicht nur seinen erhöhten Leberwert sondern auch, dass Tobi eine Blutarmut entwickelt hatte. Es stand der schlimme Verdacht im Raum, dass aufgrund aller Beschwerden eine schlimme Krankheit namens dem Cushing-Syndrom zugrunde liegen könnte, es wurde ein weiterer Test gemacht - der dann auch letztlich leider positiv zurück kam: Tobi hatte dieses Syndrom, eine massive Überfunktion der Nebennierenrinde.
Leider ist es so, dass diese Erkrankung beim Meerschweinchen sehr unerforscht ist, die behandelnde Tierärztin recherchierte gründlich und besprach sich mit weiteren Fachleuten bezüglich der Medikation und deren Dosierung. Tobi erhielt alles was er benötigte, wurde gepflegt, zugefüttert, er bekam seine geliebte Gehegeecke besonders kuschelig eingerichtet, mit Leckerchen dazu usw. Wir wussten alle, es stand sehr ernst um unseren lieben Bub.
 
In den nächsten Tagen baute er zusehends ab, sein Allgemeinbefinden war schlecht, sein eigentlich so schön abgeheilter Fuss ging wieder auf - schlimmer denn je, desweiteren gingen zwei weitere seiner Füsschen auf. Der sonst trotz aller Widrigkeiten so lebensfrohe Schatz, wollte nun nicht mehr. Dies zusammen mit seinem Zustand und seinen Chancen waren ein deutliches Zeichen für seine Pflegemama, gemeinsam mit der behandelnden Tierärztin entschied sie, sein Leid zu beenden und den Schatz in Frieden entschlafen zu lassen.
 
Wir sind von ganzem Herzen traurig, dass wir Tobiah nicht weiter helfen konnten,  aber es war nicht möglich, die Erlösung war letztlich die einzige Hilfe, die wir ihm noch geben konnten. Er wird schmerzlich vermisst. Ein kleiner Trost ist es, dass Tobi noch ein ganzes Jahr ohne grössere Beschwerden verleben durfte, er war glücklich, das ist es worauf es ankommt. Tobi wurde 5,5 Jahre alt. Komm gut an, lieber Schatz!
 
Seine Pflegeeltern möchten dem lieben Bub noch folgende liebevollen Worte mit auf den Weg geben:
 
Mein lieber Tobiah,

du warst wirklich etwas ganz, ganz besonderes. Du hattest nie Angst, wenn wir zum Gehege gekommen sind. Du bist nur meckernd ein paar Schritte davon getrabt und kamst sofort wieder. Du warst trotz all deiner Leiden so ein starker, fröhlicher Charakter. Wenn es Futter gab, hast du erst angefangen zu essen, sobald es deinen geliebten Radicchio gab. Vorher hast du uns nur kritisch beäugt, warum wir denn deinen geliebten roten Salat noch nicht aufgetischt haben. Sobald er dann da war, hast du plötzlich aber auch das andere Futter gegessen. Du warst so ein wundervoller kleiner Sturkopf. Wie gerne hätten wir dir noch das ein oder andere Jahr all deine Leibspeisen kredenzt und dir beim leidenschaftlichen Futtern zugesehen.

Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr wir dich und all deine Marotten vermissen. Danke für all die schönen Momente, die wir mit und dank dir haben durften.

Wir werden dich niemals vergessen und immer glücklich an dich zurückdenken!

In Liebe,
Manu und Isa
 
 
"Niemand ist fort, den man liebt.
Liebe ist ewige Gegenwart."
Stefan Zweig
 
Run free, süßer Tobiah, auf den immergrünen Wiesen!

 

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