Da bin ich. Hallo allerseits! Herzlich Willkommen zur 101. Folge von WwW - Wilbert weiß Warum! Futterumstellung

 

Buu-äääh! WAS ist denn das??? Nö, das fress' ich nicht. Wie EEEEEEEKLIG! Sharlyn, hast Du so ein gegezacktes Blatt schon mal gesehen, dass so duftet? Nee?!!! Sonst jemand, meine Damen? Hmmmpf! Also, wenn ich nicht sehe, wie jemand anderes dieses grüne Stängeldings anknabbert, probiere ich das auch nicht. Das ist doch kein Gänseblümchen, oder? Pflegemama Birgit liebevoll von hinten: "Wilbert, das ist das Berufkraut! Arya hat erklärt, wie lecker das ist. Das kannst Du nehmen!"

"Jaa-ha, das hat sie GESCHRIEBEN! Aber ich habe nicht gesehen, dass sie es auch gefuttert hat!" *Augen-roll* Als schlaues Schweinchen beisse ich besser nicht überall rein, wenn ich es nicht kenne! Ich gucke das Kraut lieber noch ein wenig an. Nicht, dass es sich noch bewegt!

Futterumstellung:

Diese Erfahrung machen viele Meerschweichenhalter, wenn sie ein neues Futtermittel anbieten, dass die Tiere noch nicht kennen. Skeptisch wird es beäugt und dann ignorant links liegen gelassen. Fassungslos starrt man dann als Zweibein ins Gehege und kann nicht glauben, dass das mühevoll errungene Kraut nicht gewürdigt wird. Tja, so ist das eben. Vorsicht ist bei den Fellknäulen die Mutter der Porzellankiste. Wenn sich allerdings in der Gruppe ein Tier befindet, dass die angebotene Pflanze kennt und beginnt, daran zu knabbern, ist das schon die halbe Miete. Die anderen Schweine werden neugierig an dessen Mäulchen schnuppern um zu erlernen, ob das gefährliche Grünzeug fressbar ist. Dies ist ein Prozess, der länger dauern kann. Hierbei sieht man jedoch, wie wichtig eine gefestigte Gruppe von mehreren Tieren ist, die innerhalb ihrer Sozialstrukturen ihr Wissen weitergeben. Auch Jungtiere müssen erst von der Mama und den Rudelmitgliedern lernen, was nach der Milchbar auf dem Speiseplan steht. :)

 

 

Schnupper-schnupper: "Was ist dass denn?"

 

 

Mampf-mampf: "Fffafotte...! Fannste nehmen. Und das... schlurps-schmatz... ist Gurte. Äh, Gurke!"

 

Doch nicht nur die Einführung einer unbekannten Futterpflanze, wie dem Berufkraut, kann für Unmut sorgen. Nimmt man ein neues Tier in der Gruppe auf, ist es SEHR wichtig, im Vorfeld zu erfragen, welches Futter es gewöhnt ist. Besonders Tiere, die aus dem Zooladen stammen, kennen meistens außer Trockenfutter, ein wenig Heu und ab und zu einer Karotte gar nichts. Hier bedarf es enormer Geduld von seiten der Gurkenschnippler. Das neue Meerschweinchen muss mühsam lernen, was von nun an auf seiner Futterliste steht. Und vor allen Dingen muss sich der gesamte Darm und die Verdauung auf die neue und abwechslungsreichere Kost einstellen. Deshalb sollte bei einer Futterumstellung nicht sofort und gänzlich auf das gewohnte Trockenfutter verzichtet werden. Innerhalb von 3 - 4 Wochen ist dieses langsam zu reduzieren. Die Gabe von Gemüse und Grünfutter (Gräser, Salat, frische Kräuter) sollte im gleichen Zuge langsam gesteigert werden. Es kann passieren, dass sich ein Meerschweinchen im Zuge der Futterumstellung schwer tut, nicht alles verträgt oder im schlimmsten Falle auch das Fressen verweigert. Gast es auf, bekommt es Durchfall oder zeigt es Krankheitssymptome, sollte man natürlich sofort den Tierarzt aufsuchen, um das Schweinchen genauer untersuchen zu lassen.

Es gibt natürlich noch jene Fellknäule, die meinen, nur das bunte Getreidetrockenfutter sei die Perle der Natur und Heu das reinste Teufelszeug. Hier sollten sich die Halter nicht entmutigen lassen. Jedes Schweinchen kann lernen, Heu zu fressen. Es gibt so viele tolle Sorten "Trockenwiese"! 1. und 2. Schnitt, Timothyheu, auch gerne mal Weidelgras, Blütenheu oder ein Schnitt von der Bergwiese. Man darf nicht vergessen, dass jedes Heu mindestens 20 verschiedene Gräser enthält. Weiterhin gibt es unterschiedliche Pflanzen in den verschiedenen Heuarten. Dies sind Geschmäcker, die das Tier erst identifizieren muss. Aus Schweinchensicht: Etwas zu mampfen, dass "schwein" nicht kennt, kann Lebensgefahr bedeuten!!!

Deshalb gilt allgemein:

- Neue Futterpflanzen (Gräser, Kräuter, Wiesengrün) und unbekannte Gemüsesorten langsam einführen und die gegebene Menge behutsam steigern.

- In der Phase der Futterumstellung ist es ratsam, nicht 2 mal am Tag zu füttern, sondern viele kleine Portionen zu geben. Damit vermeidet man, dass die Tiere gierig morgens und abends das Futter reinschlingen, dass sie kennen, den Rest liegen lassen und den Rest der Zeit hungern.

- Lernt ein Schweinchen noch, was fressbar ist, dann bitte nicht nur von Teller füttern. Ist das Gemüse usw. im Gehege verteilt, findet es während seiner Streifzüge immer wieder etwas und kann daran schnuppern oder probieren. In diesem natürlichen Verhaltensmuster, wobei es andere Gruppenmitglieder beobachten kann, ist das Erproben am einfachsten.

- Heutipp: Gerade jetzt, im August, wenn das Heu der "neuen Ernte" zur Verfügung steht, kann man es am Besten mit dem "alten" mischen und dann füttern! Das neue Heu hat, auch wenn es abgelagert ist, einen höheren Protein- und Eiweißgehalt, als das Heu vom vorherigen Jahr. Empfindliche Tiere reagieren darauf oft. Um vorzubeugen, kann dieser Tipp viele Tiere vor Darmproblemen bewahren!

- Bemerkt man, dass ein Schweinchen, oder mehrere, ein neues Futtermittel nicht vertragen, dann bitte weg lassen! Nicht alle Schweine müssen alles fressen!

 

Wenn man alles kennt, ist das Leben gaaanz schööön löööcker!

 

So, liebe Zweibeins! Nicht entmutigen lassen. Sind die kleinen Freßmaschinen erst mal im Gurkenhobelmodus, kann sie nichts mehr aufhalten!

 

***Genau-muig*** So ist das! Viel Spaß beim Lesen und bis nächsten Sonntag, wenn es wieder heißt: WwW - Wilbert weiß Warum

Die alten Folgen von WwW können hier nachgelesen werden: Wilbert weiß Warum!

 

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Hiermit distanziert sich Wilbert von Weizen ausdrücklich von den Inhalten der gelinkten Seiten in seiner Kolumne auf der Homepage von SOS Meerschweinchen!