Stellina kam über Umwege zu uns. Eine unserer Pflegestellen war zur Behandlung eines Patenschweinchen bei ihrer Tierarztpraxis, als dort ein Notfall eintraf.

Eine aufmerksame und gewissenhafte Mitarbeiterin einer Zoofachhandelskette brachte das kleine Schweinemädchen zur Tierarztpraxis, weil es ihm sehr schlecht ging. Stellina konnte weder laufen, noch sich bewegen und wog trotz ihrer 7-8 Wochen nur 290g. Außerdem war sie unterkühlt und hat von sich aus nichts gefressen.

Unsere Pflegestelle fackelte nicht lange und bot an, das kleine Meeri mitzunehmen und zu versorgen, was die Tierärzte auch dankbar annahmen. Nach Rücksprache mit dem Zoohandel wurde dies genehmigt und das kleine Häuflein Elend kam in unsere Obhut.

Zunächst sah alles danach aus, als wenn sich die kleine Stellina nochmal aufrappeln könnte, sie nahm Päppelbrei, wenn auch zögerlich und in kleinen Schritten, wurde unter einer Wärmelampe warm gehalten und bekam Medikamente. Als Ursache von Stellinas schlechtem Zustand wird ein Schlaganfall vermutet, da sie neurologische Ausfallerscheinungen zeigte.

Trotz der aufopferungsvollen Versorgung unserer Pflegestelle ist die kleine Stellina noch am gleichen Abend eingeschlafen.

Wir können uns nur damit trösten, dass Stellina noch erleben durfte, wie es ist, liebevoll umsorgt und gehegt und gepflegt zu werden.

 

Stellina, sie wäre bestimmt ein süßer Flokati geworden...

 

Auf diesem Wege möchten wir an alle appellieren, die sich ein oder mehrere Meerschweinchen aus dem Tierhandel zulegen möchten. Bitte überlegen Sie sich, woher diese Tiere stammen und unter welchen Umständen ihr Leben begonnen hat. Sind die Elterntiere bekannt? Woher kommen die Tiere, aus einer Hobbyzucht, von Vermehrern oder stammen sie vielleicht sogar aus Zuchtfarmen und wurden in Kunststoffboxen „hergestellt“? Wurde mit den Tieren liebevoll und fürsorglich umgegangen?

Diese Fragen bleiben im Normalfall unbeantwortet und somit ist nicht bekannt, woher die kleinen süßen Meeris (und anderen Tiere) stammen und was sie durchmachen mussten.

Wir sind uns im Klaren darüber, dass wir dies über unsere Schützlinge in den meisten Fällen auch nicht sicher sagen können, aber wir legen Wert darauf, dass unsere Tiere nicht von sinnlosen Vermehrungen stammen, die dann so weiter fortgeführt werden. Wir nehmen Tiere auf, die nicht mehr gewollt sind und produzieren keine neuen, denn unsere Abgabeanfragen zeigen uns, dass es nicht zu wenige Meerschweinchen gibt, sondern zu viele, die ihr Zuhause verlieren oder nie ein richtiges hatten.

Wir bekommen immer mal wieder von Interessenten, denen unsere Vermittlungsbedingungen zu streng erscheinen und nicht erfüllen wollen, zu hören, dass ihnen nun nichts mehr anderes übrig bliebe, als ein Tier aus dem Zoogeschäft zu erwerben und wir daran nun Schuld seien.

Diesen Schuh möchten wir uns auf keinen Fall anziehen, denn zum Einen sind unsere Vermittlungsbedingungen aus unserer Erfahrung heraus gewachsen, mit unseren Vereinsmitgliedern beschlossen und dienen nur zum Wohle der Tiere und nicht, um Interessenten abzuschrecken oder zu ärgern. Und zur Anschaffung von Tieren aus dem Zoohandel gibt es ja außer uns noch einige andere Alternativen, wie z.B. Tierheime oder andere Tierschutzorganisationen.

Wie überall im kommerziellen Bereich gibt es ohne Nachfrage kein Angebot, was wiederum bedeutet, dass keine neuen Tiere produziert werden, wenn der Markt gesättigt ist.

Leider macht sich nicht jeder so viele Gedanken vor einer Anschaffung von Haustieren im Gegensatz zu „unseren“ Haltern, „unseren“ künftigen Haltern, „unseren“ Interessenten und auch uns von SOS Meerschweinchen.

Aus diesem Grund gibt es so viele Tiere, die ein Zuhause suchen, die wieder abgegeben werden, da die Haltung nicht so gut überlegt und durchdacht war und nicht zuletzt gibt es deswegen solche Fälle wie Stellina, die von uns noch eine Chance bekommen hat, aber es nicht geschafft hat.

Liebe kleine Stellina, auch wenn wir dich nur kurz kennen lernen durften, geht uns dein Schicksal doch sehr nahe. Mach es gut, wo immer du nun bist.