Da bin ich. Hallo allerseits! Herzlich Willkommen zur 25. Folge von WwW - Wilbert weiß Warum! Frisches Grün!

 

Lecker, leeecker, LEEEEECKER-Muig! Was gibt es Schöneres für mich, als saftiges Grün? ***Mjam***! Stellt Euch vor - meine Gurkenschnipplerin hat gesagt, der Frühling ist endlich da. Draußen fliegen schon viele Sumsebrummseln umher und es duftet nach Sonnenschein. Für mich und Leo Löwenzahn gab es eben jene Blätter, nach denen er benannt ist und lustige, kleine Gänseblümchen sind mir auf der Zunge zergangen. Aaaaaber, es ist leider nie genug... seufz!

Frisches Grün:

Für unsere geliebten Fellschnuten ist es eine sinnvolle Ergänzung ihres Speiseplans, wenn frische Gräser gereicht werden! Ein "365-Tage-grasen" auf einer Wiese mit Wildblumen und Kräutern wäre für sie zwar das Wundervollste, doch kann man dies in unseren Breitengraden natürlich nicht ermöglichen. Nach dem Winter fängt das Grün jetzt jedoch  wieder an, zu sprießen, da können die Gurkenschnippler das Pflücken beginnen! Doch WAS erntet man in Feld und Flur? Und vor allen Dingen: WIEVIEL?

Wer sich noch nie mit dem Thema "Gras" beschäftigt hat, sollte nicht blind drauflos pflücken. Es gibt einige Tipps, die berücksichtigt werden sollten, denn unsere Hausmeerschweinchen können nach vielen Generationen "in Gefangenschaft" nicht mehr so gut selektieren, wie ihre in freier Wildbahn lebenden Verwandten.

In einer ursprünglich wachsenden Wiese findet man viele Arten langer, grüner Gräser, die in ihrer Charakteristik 50-70 cm lang werden können und Ähren, Knäule und Rispen ausbilden - die sogenannten Ursprungsgräser. Sie bilden im Reifestadium ein nicht modifiziertes Korn aus, das reich an Viaminen und Mineralstoffen, sowie an essentiellen Fettsäuren, ist. Dies sind unter anderem der Wiesenschwingel, das Knaulgras, das Weidelgras, der Wiesenfuchsschwanz, das Lieschgras usw.!

 

Beispiel langstieliger Gräser:

 

 

 

 

 

Dann gibt es die, im Volksmund, Breit- und Glattgräser genannten Wiesenpflanzen, zu denen der Spitz- und Breitwegerich zählen, sowie der allseits bekannte und beliebte Löwenzahn. Diese Pflanzen sind sehr eiweißreich und nahrhaft, zudem sehr saftig.

Und als letzte, gut unterscheidbare Kategorie, sind hier die am Boden wachsenden, verschlingelbaren Gräser und Pflanzen zu nennen.

Umso höher die Vielfalt auf einer Wiese ist, umso schöner und leckerer!!!  :-)  Hauptbestandteil der Fütterung dürfen allerdings die langstieligen Gräser sein, und sparsamer verfüttert die Breit- und Glattgräser, da sie sehr gehaltvoll sind. Verschlingelbare Bodendecker- und Kräuter haben oftmals giftige "Zwillinge" und sind schwerer zu bestimmen. Daher sollten diese nur bei sicherem Erkennen den Weg ins Schweinemäulchen finden. Hier gilt sowieso: Ist man unsicher, was für eine eigenartige Pflanze man da pflückt, lässt man sie schon los!!!

Gepflückt wird immer nur von einer ungedüngten Wiese, nicht vom Straßenrand wegen der Autoabgase und nicht am "Hunde-Gassi-broadway" in der Nachbarschaft! Direkt am Ackerrand darf nicht geerntet werden, da immer Rückstände der ausgebrachten Pestizide oder Herbizide an den Pflanzen haften. Vielleicht gibt es im Ort, oder im benachbarten Stadtteil, einen Bauern, von dem man sogar ein kleines Stückchen Wiese pachten kann. Aber dieses Glück haben wohl die wenigsten... Hat man ein Bündel Grün beisammen, sollte es auch SOFORT verfüttert werden. Bereits 1/2 Stunden nach dem Schneiden setzt der natürliche Gärungsprozess ein und das Grün "verdirbt"! Das bedeutet für die Fütterung - 'soon as possible'! Was die Schweinchen nicht fressen, gleich hinaus und nicht noch stundenlang im Gehege liegen bleiben. Auch nicht morgens auf dem Weg ins Büro ernten und abends den Tieren geben. :-(  Der Grünschnitt aus dem Rasenmäher ist ebenso tabu, da ölige Rückstände, Staub oder Benzinbestandteile den Schnitt, der sowieso ungeeignet ist, kontaminieren können.

Nachdem man nun eine Menge weiß, möchte man mit der Fütterung beginnen, doch BITTE in Maßen. Meerschweinchen haben einen empfindlichen Magen und da eine Darmpassage im Schwein bis zu 7 Tagen dauern kann, ist hier eine langsame Futterumstellung gefragt. Pro Tier beginnt man täglich, eine Hand voll Gras zu rupfen. Für eine Woche ist dies die Ration. Dann steigert man in der 2. Woche auf 2 x täglich! In der 3. und 4. Woche wird die zu gebende Menge noch weiter erhöht, sodass sich am Ende der 4. Woche die Verdauung der Tiere reguliert hat. Auch mit dem Löwenzahn verhält es sich so. Zu Beginn nicht mehr als 5 Blätter täglich, dann langsam steigern. Mit den Gänseblümchen und dem Klee genauso... Parallel darf NICHT auf die Gabe von Heu verzichtet werden. Die Tieren sollten selbstständig ihren Trockengehalt an Nahrung bestimmen können. Gleichzeitig ist das Grün KEIN Frischfutterersatz! Gemüse sollte - in geringerem Maße als sonst - trotzdem noch gegeben werden. Die Tiere benötigen duchgängig Vit.C-reiche Kost, die Gurke darf aufgrund ihrer Saftigkeit weniger gegeben werden.

Da das Thema sehr umfangreich ist, kann man sich auf den folgenden Seiten noch weiter informieren.  Futter von der Wiese

Was jedoch fast das Wichtigste ist: Jedes Schweinchen ist anders, und was der Eine verträgt, kann beim Nächsten einen "Flotten" geben! Also: Man muss seine Tiere genau beobachten, die Köttel kontrollieren und bei eventuellen Aufgasungen reagieren. Dann steht dem fröhlichen Speisen "von der Wiese" nichts mehr im Wege. Und was gibt es Schöneres, als eine schmatzende Schweinegruppe, die einen Halm nach dem anderen vertilgt. Und die Blätter hinterher...

 

***Schmatsch*** ifff hafe fer-fig...

 

***Genau-muig***  So ist das. Viel Spaß beim Lesen und bis nächsten Sonntag wenn es wieder heißt: WwW - Wilbert weiß Warum!

 

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Hiermit distanziert sich Wilbert von Weizen ausdrücklich von den Inhalten der gelinkten Seiten in seiner Kolumne auf der Homepage von SOS Meerschweinchen!