Da bin ich. Hallo allerseits! Herzlich Willkommen zur 2. Folge von WwW - Wilbert weiß Warum! Der Haarling

 

Ich habe Euch heute ein echtes ***muig-Gedicht*** mitgebracht:

"Ein Haarling ist ein kleines Teil, das lebt im Fell für eine Weil'!

Es ärgert unser'n Wilbert sehr, verzweifelt setzt er sich zur Wehr.

Doch alles Kratzen hilft hier nicht, vertreibt es kaum den bösen Wicht...

Der Haarling hält sich fest am Haar - er freut sich und lacht 'ha-ha-ha'!

Doch kommt der Mensch mit Medizin, da fängt der Haarling an zu flieh'n.

Und wie das geht, erfahrt ihr jetzt, denn das ist Wissen - kein Geschwätz!!!"

 

"Ja stellt Euch vor... Klea Kullerauge und Kaju zu Kürbiskern im Nachbargehege waren in den letzten Tagen schon ziemlich zickig miteinander. Total gestreßt, wenn ihr mich fragt. Immerwieder Angebrommsel und Zähneklappern. Da wurde auch mal nacheinander geschnappt! Tja, und dann fing es auch in unserem lauschigen Schweinebettchen an, ungemütlich zu werden. Leo Löwenzahn bekam immer schlechtere Laune und auch mir ist fast der Geduldsfaden gerissen. Jawohl-muig!!! Auuuuaa, huuu-hu... es hat so gejuckt. ÜBERALL!!! Ganz dolle am Popo und auch am Köpfchen. Dabei sind wir ganz saubere Schweinchen. Aber das hat wohl nichts damit zu tun. Wisst ihr, was wir für Untermieter hatten? HAARLINGE. Iiiiieh-pfui-muig. Und das in meinem Flauschefell..."

Haarlinge:

Haarlinge können beim Meerschweinchen auftreten und gehören als Ektoparasiten zur Ordnung der Tierläuse. Haarlinge sind 1-1,5mm große, auch mit dem bloßen Auge zu erkennende, flügellose Insekten. Sie ernähren sich jedoch nicht wie ihre Verwandten, die "echten Tierläuse", von Blut. Sondern, wie der Name schon sagt, von Haaren, Hautdrüsensekret und den Epidermisschuppen. Sie treten hauptsächlich im hinteren Rückenbereich, der Aftergegend und um den Kopf herum auf.

Einen Befall erkennt man entweder an den Eiern der Haarlinge, die als Nissen an die einzelnen Haare geklebt werden und als weißliche Stippchen zu erkennen sind. Oder an den lebhaften, beweglichen 1,5mm großen Haarlingen selbst, die man am Haaransatz umherlaufen sehen kann.

Das "bewohnte" Meerschweinchen fällt durch sein gereiztes Verhalten auf, kratzt sich auffällig oft und ausgiebig ober beißt sich in die befallenen Körperregionen. Das Fell sieht durch die abgelegten Nissen filzig und stumpf aus. Im fortgeschrittenen Stadium wird das Tier immer geschwächter und gereizter. Schorfige, blutige Stellen können entstehen, was Entzündungen nach sich zieht. Im schlimmsten Fall können sich bei Nichtbehandlung die Haarlinge über den gesamten Körper ausbreiten. Es  Können durch das dauerhafte, panische Kratzen epileptische Anfälle mit der Folge von Schock und Tod ausgelöst werden. Deshalb: Bei Auffälligkeit sofortiger TÜV, bzw. Tierarztbesuch!

Mittels eines einfachen Tesafilmabklatsches kann man Haarlinge unter dem Mikroskop oder einer guten Lupe leicht erkennen. Beim Tierarzt stehen verschiedene, wirksame Mittel gegen Haarlinge bereit. Bei langhaarigen Tieren kann man natürlich auch durch einen Haarschnitt die Behandlung erleichtern, da durch das Stutzen bereits viele Haarlinge und deren Nissen in der Anzahl wirksam verringert werden :-) Jeder Tierarzt behandelt mit unterschiedlichen Medikamentenmarken, doch ist der Wirkstoff meist ein Insektizid mit dem Wirkstoff Fibronil, z.B. Frontline oder Effipro, dem Wirkstoff Selamectin, z.B. Stronghold oder dem Wirkstoff Propoxur, z.B. Bolfo. Je nach Mittel und Wirkschutz sollte die Behandlung nach 2-4 Wochen wiederholt werden. Handeln Sie hier GENAU nach Anweisung Ihres Tierarztes.

Wichtig ist die Säuberung des Geheges. Eine gründliche Desinfizierung und Reinigung ist unumgänglich, um alle Haarlinge und deren Nissen zu entfernen. Gegenstände bei 100 Grad für 45 Minuten im Backofen ausbacken oder Kuschelsachen nach dem Waschen nochmals für 2 Tage einfrieren. Mit Bactazol, Ardap oder verschiedenen anderen insektizieden Sprays kann man das Gehege reinigen. Gegebenenfalls nachwischen und gut lüften. NICHT DAS TIER MIT REINIGUNGSSPRAY BEHANDELN!!! Heunester und was man nicht reinigen kann, muß entsorgt werden. Böden gründlich wischen, Teppiche reinigen.

Man fragt sich natürlich: Warum passiert das ausgerechnet uns? Manche Halter berichten, das die Tiere im Vorfeld eines Haarlingsbefalls erhöhtem Streß ausgesetzt waren (z.B. einer Vergesellschaftung). In diesem Fall kann das Immunsystem durch den Streß schlechter mit dem Befall umgehen und die Parasiten eventuell schwerer abwehren. Aber in der Regel wird davon ausgegangen, das der Befall durch Heu, Stroh, Einstreu oder Futtermittel eingeschleppt wird. Entsorgen Sie bitte das benutze Heu, das befallene Futter- oder Einstreumittel, um einem erneuten Befall vorzubeugen.

Und "last-but-not-least": Schweinchen wohnen gerne sauber - regelmäßige Gehegereinigung ist das A und O! Damit Ihnen dies erspart bleibt:

 

 

***Genau-muig*** So ist das. Viel Spaß beim Lesen und bis nächsten Sonntag wenn es wieder heißt: WwW - Wilbert weiß Warum!

Die alten Folgen können hier nachgelesen werden: WwW - Wilbert weiß Warum!